JUDIKA  - 5. Sonntag in der Fastenzeit

Eine Liturgie für zu Hause
von Pfarrerin Tanja Dittmar

Verbunden als weltweite Christenheit und in der Solidarität aller Kinder Gottes
hoffen wir auf Gott,
der uns Vater und Mutter ist und Leben schenkt
der uns Bruder ist durch Jesus Christus und der selbst gelitten hat,
der uns in der Hoffnung erhält, durch seinen Heiligen Geist.
AMEN

Liebe Gemeinde,

ich möchte Sie einladen, ein Lied aus dem Anhang zum Gesangbuch der Evangelischen Landeskirche in Baden zu hören. Worte, die, wie ich finde, in diese Kirchenjahreszeit und zugleich in die aktuelle Krise passen.

Lied: Selbst in der tiefsten aller Krisen

Nr. 76 „Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder“ Anhang zum Gesangbuch der Evangelischen Landeskirche in Baden
https://www.youtube.com/watch?v=791D5l5HjhE

Selbst in der tiefsten aller Krisen bist du, Gott, uns Menschen nah.
Selbst am Ende unsrer Tage scheint dein Licht und hell und klar.
Selbst am Ende unsrer Tage scheint dein Licht und hell und klar.

Selbst im Tod schenkst du uns Leben, schenkst uns Hoffnung, sprengst die Zeit.
Drum kannst du uns aufstehn helfen aus den Krisen unsrer Zeit.
Drum kannst du uns aufstehn helfen aus den Krisen unsrer Zeit.
Drum kannst du uns aufstehn helfen aus den Krisen unsrer Zeit.

Text: Clemens Bittlinger; Melodie: David Plüss

Gedanken zum Predigttext: Hebräerbrief Kapitel 13

Der für diese Woche vorgesehene Predigttext sind Worte aus dem Hebräerbrief Kapitel 13

Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.
Gutes zu tun und mit andern zu teilen, vergesst nicht.

Nur zu Hause bleiben – eine enorme Herausforderung für viele – 24 Stunden zusammen, nicht ausweichen können oder alleine bleiben müssen.
Nur zu Hause bleiben – eine enorme Herausforderung auch für die, die es davor schon mussten.
#Wir bleiben zu Hause (zusammen gegen Corona, eine Initiative des Bundesministerium für Gesundheit) – ist derzeit Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts, ist Ausdruck der Fürsorge und Nächstenliebe.
Wir hoffen aber, dass diese Maßnahme nicht mehr lange so bleiben muss.
Wir hoffen auch, dass die Unsicherheit nicht bleibt, die Isolation, die Zukunftsangst und die Existenznot.
Seit 2 Wochen sollen wir zu Hause bleiben. Sicherlich kommt es vielen von uns bereits viel länger vor. Wir sehnen uns danach unbeschwert nach draußen zugehen, Kontakte zu pflegen, etwas aktiv tun zu können….

„Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“
Diese Worte werden oft am Ende einer Trauerfeier gesprochen.
Sie weisen über einen trostlosen Zustand hinaus; eröffnen den Horizont:
„Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“
Es wird nicht so bleiben. Nichts bleibt wie es ist. Die Worte drücken Hoffnung auf ein Ende der Krise aus und auf die Zeit danach.
Die Endlichkeit wird betont, aber auch das Zukünftige.
Die Endlichkeit ist nicht nur erschreckend, sondern auch Erlösung.
Wir sehnen das Ende der Einschränkungen herbei, das Ende der Sorgen und der Furcht. Und obwohl wir an vielen Stellen der Situation einfach ausgeliefert sind, hören wir nicht auf zu suchen:

Suchen nach Lösungen,
versuchen anderen mit fürsorglichem Abstand beizustehen und zu helfen;
suchen nach innerer Ruhe im Glauben,
suchen den Blick über das Ende hinaus,
suchend wenden wir uns an Gott, der uns Zukunft schenkt, im Leben und nach dem Leben.

Wie schön zu erleben, dass die Worte aus dem Hebräerbrief:
„Gutes zu tun und mit andern zu teilen vergesst nicht.“ Realität werden und wir nicht beim Suchen verweilen.
Wohltuend zu sehen, dass Nachbarn, dass Einzelne: Freunde aber auch Fremde selbstverständlich Hilfe anbieten,
dass in Vereinen und Kirchen kreative Initiativen entstehen und schon an vielen Orten erfüllt wird, was uns ans Herz gelegt ist: „Gutes zu tun und mit andern zu teilen vergesst nicht.“
Ein Dank gilt vielen, die die anderen nicht vergessen und die teilen.
Ein Dank auch denen, die trotz aller Not hierzulande Menschen andernorts nicht vergessen und über Ländergrenzen hinweg Hilfe und Erfahrungen teilen.

„Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“
Ein ermutigender Satz, der uns auf Jesus Christus weist. Der selbst durch Leid gegangen ist,
der gegenwärtig ist und bleibt und
für uns eine Zukunft bereit hält. Keiner vermag die Entwicklungen genau vorauszusagen, niemand weiß, wie unsere Gesellschaft in Zukunft aussieht, oder wie unser persönlicher Lebensweg weitergeht, wir aber: #bleiben zu Hause. Denn wir können gewiss sein, dass der Ewige an unserer Seite bleibt durch Jesus Christus unseren Herrn.
Herausfordern ist es dennoch aber durch ihn:
#bleiben wir hoffnungsvoll zu Hause und miteinander im Glauben verbunden.
„Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“
AMEN

Lied:  Selbst in der tiefsten aller Krisen; Nr. 76

https://www.youtube.com/watch?v=791D5l5HjhE

Selbst in der tiefsten aller Krisen bist du, Gott, uns Menschen nah.
Selbst am Ende unsrer Tage scheint dein Licht und hell und klar.
Selbst am Ende unsrer Tage scheint dein Licht und hell und klar.
Selbst im Tod schenkst du uns Leben, schenkst uns Hoffnung, sprengst die Zeit.
Drum kannst du uns aufstehn helfen aus den Krisen unsrer Zeit.
Drum kannst du uns aufstehn helfen aus den Krisen unsrer Zeit.
Drum kannst du uns aufstehn helfen aus den Krisen unsrer Zeit.

Text: Clemens Bittlinger; Melodie: David Plüss

FÜRBITTEN

Ewiger Gott,
mit deinem Sohn und unserem Bruder Jesus Christus fragen wir in dieser Zeit:
Warum? und: hast Du uns verlassen?
Wir fragen so und bitten
für alle, die diese Krise alleine aushalten müssen,
für die, die in Quarantäne isoliert sind.
Wir bitten für alle Kranken und für die Angehörigen, die ihnen nicht wie sonst beistehen können.
Wir bitten dich für alle Ärzte und Ärztinnen dieser Welt, die entscheiden müssen, wem Hilfe zukommen soll.
Wir bitten dich für alle Pfleger und Pflegerinnen, die sich bis an ihre Grenzen für das Wohl der ihnen Anvertrauten einsetzen.
Wir bitten dich für alle, die durch diese Krise in finanzielle Nöte geraten.
Wir bitten dich für die Politiker und Politikerinnen, die nach Lösungen suchen.
Wir bitten für alle, die im Sterben liegen.
Dir vertrauen wir, der du die Kommenden, die Lebenden und die Vollendeten in deinen Händen hältst.

Mit dem Gebet das die Welt umspannt, bitten wir:
Vater unser im Himmel geheiligt werde dein Name dein Reich komme
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden
unser tägliches Brot gib’ uns heute
und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unsern Schuldigern
und führe uns nicht in Versuchung sondern erlöse uns von dem Bösen
denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit Amen

SEGEN

Mögest Du vertrauen können,
dass Gott nahe ist, ob Du es gerade glauben kannst oder nicht.
Mögest Du erfüllt sein mit einer inneren Gewissheit. die dir Kraft gibt auf dem Weg durch die Unsicherheit und den alltäglichen Fragen
Deine Zweifel mögen die Suche verstärken und deinem Glauben Tiefe schenken.
So segne Dich Gott,
Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen