Jahreshauptversammlung 2026

Wie jedes Jahr, so fand auch 2026 die Jahreshauptversammlung des Rohrbacher Stadtteilverein wieder im Saal des Roten Ochsen statt. Und wie jedes Jahr war dieser bestens gefüllt: circa 80 Vereinsmitglieder nahmen teil. Die Versammlung begann mit einem Gedenken an im letzten Jahr verstorbene Mitglieder. Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals so viele Namen vorgelesen werden mussten.

Rückblick des 1. Vorsitzenden Konstantin Waldherr

Inhaltlich startete die Versammlung mit dem Bericht des 1. Vorsitzenden Konstantin Waldherr über das abgelaufene Vereinsjahr. Waldherr zitierte Aussagen, die plastisch machten, welche Bedeutung dem Verein in der Öffentlichkeit und auch bei der Stadtverwaltung beigemessen wird:

  • Wir brauchen keinen Gewerbeverein. Wir haben doch den Stadtteilverein.”
  • „Der Stadtteilverein ist die wichtigste Säule, um Rohrbach-West und -Ost zusammenzuführen. Wenn das Quartiersmanagement einmal beendet ist, muss der Stadtteilverein, dessen Wegfall kompensieren.
  • „Die Verkehrsbetriebe wollen die Linie 29 beschneiden und nicht mehr nach Rohrbach-Süd fahren lassen. Wir in den Bergstadtteilen teilen hätten gerne eure Expertise und Unterstützung, um das zu verhindern.”
  • „In euren Vorstandssitzungen werden mehr Themen behandelt als in einem mittelständischen Unternehmen.”

Groß und wachsend ist die Bedeutung, die dem Stadtteilverein auf sehr vielen Feldern beigemessen wird. Allerdings ist zugleich zu beobachten, dass sich die Stadtverwaltung aus Zusammenhängen zurückzieht, in denen sie bisher Mitverantwortung getragen hatte. Waldherr nannte hier u.a die Kerwe, bei der die Stadt bislang Mitveranstalter war und bei der der Stadtteilverein auch Unterstützung durch Heidelberg-Marketing erhalten hatte.

Diese Gemengelage führt nach Ansicht des Vorsitzenden des Stadtteilvereins zu einem extremen Bedarf an Koordination und Kooperation mit Partnern im Stadtteil und stadtweit. Nur so können neue

Rückblick des 2. Vorsitzenden Christian Multerer

Auch der 2. Vorsitzende Stadtteilverein, Christian Multerer blickte auf ein erfolgreiches Vereinsjahr zurück. Er verwies auf den Rohrbacher Kalender, der im letzten Jahr rund 140 Veranstaltungen auflistete und ging dann auf einige Highlights ein, die unter der Regie des Stadtteilverein im letzten Jahr stattfanden, zum Beispiel auf das Eltern-Kind-Café, die Eröffnung des Kulturhauses, Sommertags- und Martinszug und den Ostermarkt und den Weihnachtsmarkt. Auch das Klappstuhlkonzert durfte nicht fehlen, genauso wie die Veranstaltung „Halligalli Hasenleiser.” Multerer berichtete von der Aufstellung des Maibaums und von dem großen Zuspruch, den das Pogromnacht-Gedenken auch 2025 wieder erfuhr.

Erica Dutzis Blick auf Museumsjahr und Verzähldisch

Die Schriftführerin des Vereins, Erica Dutzi, berichtete von einem erfolgreichen Jahr im Heimatmuseum. An jedem der Öffnungstage konnten zwischen 20 und 40 Besucherinnen und Besucher gezählt werden, insgesamt über 400 im Jahr 2026. Ein besonderes Ereignis war der Besuch von über 30 Studierenden des Sonderforschungsbereichs „Heimat(en)” der Universität Heidelberg. Diese beeindruckte das Museum derart, dass ein halbes Dutzend der Studierenden an nächsten Öffnungstag noch einmal ins Museum kam.
Auch der Verzähldisch lief im letzten Jahr sehr erfolgreich. Ein besonderer Abend war der mit Pfarrer in Ruhestand Paul Däublin. Über 40 Leute nahmen teil.

Der 3. Vorsitzende Johann Zuber …

… berichtete schließlich über seinen Schwerpunkt in der Vereinsarbeit, der vor allem in der Mitorganisation von Veranstaltungen besteht. Zuber kümmert sich auch federführend um die inzwischen ziemlich

Jahresbericht der Schatzmeisterin

Die Schatzmeisterin Daniela Rensch wusste ebenfalls nur Positives über das abgelaufene Vereinsjahr zu berichten. Der Stadtteilverein bewegt inzwischen recht große Summen und für das vergangene Jahr konnte insgesamt ein kleiner Überschuss erwirtschaftet werden. Für das laufende Jahr rechnet der Verein allerdings mit einem schwächeren Ergebnis, da einerseits die Zuschüsse der Stadt pauschal um 5 % gekürzt werden und außerdem Förderungen auslaufen, die im Zusammenhang mit der 1250 Jahrfeier Rohrbachs gewährt worden waren, u.a. die Mitfinanzierung der Weihnachtsbeleuchtung. Wie sich das auf das Ergebnis 2026 auswirken wird, lässt sich noch nicht völlig absehen, da die Höhe städtischen Förderung für die Stadtteile zum Teil auch auf Grundlage der Einwohnerzahl im Stadtteil berechnet wird. Und hier ist die Entwicklung in Rohrbach hier dynamisch: im laufenden Jahr wird u.a. ein großer Teil des Hospitalgeländes bezogen werden.

Bericht der Kassenprüfung

Im Anschluss an die Beiträge des Vorstands berichtete Reiner Herbold von der Kassenprüfung. Er habe die finanziellen Belange des Vereins eingehend geprüft und keinerlei Unregelmäßigkeiten oder Fehler

Wahlen

Auch bei den anschließenden Wahlen gab es nur einstimmige Ergebnisse. Sowohl Christian Multerer als auch Erica Dutzi wurden wiedergewählt und auch Reiner Herbold wird als Kassenprüfer dem Verein weiterhin

Satzungsänderungen

Ein wichtiger Punkt der Jahreshauptversammlung waren die vom Vorstand des Vereins vorgeschlagenen Änderungen der Satzung. Durch diese sollte einerseits die Möglichkeit geschaffen werden, über eine Ehrenamtspauschale persönliches Engagement in geringen Umfang zu vergüten. Ermöglicht werden sollte auch, künftig per E-Mail zur Jahreshauptversammlung einzuladen. Das würde dem Verein Zeit und Aufwand sparen. Grundsätzlich soll es künftig zudem möglich sein, virtuelle beziehungsweise hybride Versammlungen durchzuführen. Grundsätzlich beabsichtigt der Verein natürlich bei Präsenzveranstaltungen zu bleiben. Aber die Corona Pandemie hat gezeigt, dass es Situationen geben kann, in denen auf digitale Formate zurückgegriffen werden muss.

Eine längere Diskussion gab es, weil der Vorstand einer Empfehlung des Finanzamts gefolgt war und die Formulierung des Vereinszwecks im § 2 der Satzung stark gekürzt hatte. Aufgrund der Rechtslage zur Gemeinnützigkeit (Abgabenordnung (AO), § 52 Gemeinnützige Zwecke) wird unter dem § 2 der Vereinssatzung künftig nur noch stehen: „Der Zweck des Vereins ist die Förderung der Heimatpflege und Heimatkunde.”

Die bisherige Konkretisierung des Vereinszwecks sollte im Vorschlag des Vorstands in § 3 – Erwerb der Mitgliedschaft als neuer Abs. 3 erscheinen: „Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch die Bewahrung aller ideellen Werte des Stadt­teiles, die Förderung einer gedeihlichen Entwicklung auf allen seine Bewohner berührenden Gebiete, seien sie verkehrsmäßiger, kultureller, soziologischer oder sonstiger die Lebensqualität erhöhender Art.” Das erschien einigen Mitgliedern nicht stimmig. Zwar sei die Notwendigkeit, eine Änderung des § 2 nachzuvollziehen, aber das Verschieben der Konkretisierung unter das Stichpunkt „Erwerb der Mitgliedschaft” wurde kritisiert. Bei der Abstimmung folgte dann aber die überwiegende Mehrheit der Anwesenden ohne Gegenstimmen, bei acht Enthaltungen dem Vorschlag des

Ausblick des 1. Vorsitzenden

Den Abschluss des Abends bildete ein Ausblick des 1 Vorsitzenden Konstantin Waldherr auf das laufende Vereinsjahr. Waldherr berichtete, dass im Zusammenhang mit dem Kulturhaus ein gute Vereinbarung mit der Stadt getroffen werden konnte. Nach Ablauf der Probezeit wird der Stadtteilverein das Haus weiterhin eigenständig betreiben. Sollte ihm in diesem Zusammenhang ein Defizit entstehen, würde die Stadt dieses tragen. Waldherr war auch guter Dinge, dass der Ausbau der oberen Räume für Proben und als Umkleideräume umgesetzt werden wird. Dies hätten ihm Oberbürgermeister Würzner und der 1 Bürgermeister Odszuck zugesichert.

Im Herbst soll der Stadtteilverein auch die ehemalige Chapel auf dem Hospitalgelände übernehmen. Im Frühjahr 2027 wird dann das Quartiersmanagement dorthin ziehen. Konstantin Waldherr betonte, dass der Stadtteilverein sich bewusst sei, dass ein Umzug weg vom Einkaufszentrum im Hasenleiser in das Neubaugebiet nicht in jeder Hinsicht optimal ist. Aber man werde darauf achten, dass der ältere Teil des Hasenleisers nicht aus dem Fokus des Vereins und des Quartiersmanagements rückt.

Eine positive Nachricht konnte Waldherr überbringen: nach langwierigen und sehr zähen Verhandlungen ist es offensichtlich erreicht worden, dass ein Interessent einen Mietvertrag für das Kiosk am Eichendorffplatz erhält. Dieses ist aktuell in einem sehr traurigen Zustand, soll aber zumindest halbwegs renoviert werden. Es sollen dort künftig Kaffee, Snacks und Eis angeboten werden.
Missfallen erregte in der Sitzung dagegen die Ankündigung der Verkehrsbetriebe, den Fipsbus in Rohrbach ab Juni einzustellen. Der Stadtteilverein hatte versucht, eine Lösung zu finden, bei der der Bus nicht an die Stadtteilgrenzen gebunden wäre, sondern Rohrbach, Boxberg und Emmertsgrund gemeinsam erschließen würde. Das würde auch dem Ärger der Bewohner der Bergstadtteile entgegenwirken. Denn diese fühlen sich durch die geplante Änderung der Führung der Linie 29 stark benachteiligt. Der Bus soll künftig nicht mehr direkt ins Einkaufszentrum Rohrbach-Süd fahren. Die Menschen müssten an der Ortenauer Straße in die Straßenbahn umsteigen. Konstantin Waldherr betonte, dass es sich dabei um ein sehr emotionales Thema handelt – das war auch in der Sitzung zu spüren. Die Anwesenden konnten nicht nachvollziehen, wie man ganze Stadtteile benachteiligen kann nur um einen geringen Einsparungseffekt zu erzielen.

Die Jahreshauptversammlung des Rohrbacher Stadtteilvereins ging nach produktiven aber auch anstrengenden 2 ½ Stunden zu Ende. Der Verein und sein Vorstand hat damit eine gute Basis für eine erfolgreiche Arbeit im neuen Vereinsjahr.